Studienfahrt Polen/Auschwitz - 16.-20. September 2019

Viele Schüler der 10. Klassen hatten in Begleitung von Herrn Dieckmann und Frau Prüfer die Chance, eine einwöchige Studienfahrt nach Auschwitz sowie Krakau zu unternehmen. Am Montag um 7 Uhr trafen wir uns am Rostocker Hauptbahnhof und fuhren auch schon kurz darauf mit unserem komfortablen Reisebus los. Nach 11 Stunden trafen wir gegen 18 Uhr in unserer Unterkunft, der "Old Tree Villa", in der Nähe von Oświęcim (Auschwitz) ein und wurden dort auch herzlich empfangen.
 
Der Dienstag beinhaltete eine Stadtführung in Oświęcim, in der uns die Geschichte der Stadt und die damit verbundene Historie der Juden erklärt wurden. Unter anderem besuchten wir auch die letzte Synagoge der Stadt und das dortige Jüdische Zentrum. Darauf folgte die Besichtigung im Stammlager-Auschwitz I. Ein Guide erzählte uns über das "Leben", welches die Häftlinge in diesem Lager führen mussten. Dieser Ort verbreitete ein sehr bedrückendes Gefühl. Auch am Mittwoch waren wir noch einmal im Stammlager, um die Nationalausstellungen anzusehen und an einem Workshop zum Thema teilzunehmen. Die Schicksale der Juden aus verschiedenen Europäischen Ländern während des Zweiten Weltkriegs sind hier dargestellt und beschrieben.
Danach fuhren wir an den Ort, der uns wohl alle am meisten beeindruckte: Der Besuch im Vernichtungslager Auschwitz Birkenau. Ein über 40km² großes Gelände lag vor uns, umzäunt mit Stacheldraht. Einige Gebäude sind noch aus der Zeit erhalten, einige wurden für Besucher restauriert, um die verheerenden Lebensbedingungen der Häftlinge im Lager aufzuzeigen. Man konnte es kaum glauben bzw. es sich vorstellen. Während des Rundgangs erhielten alle Teilnehmer eine weiße Rose, die wir individuell und jeder für sich an verschiedenen Gedenksteinen niederlegen konnten. Jedem wurde da auch nochmal bewusst, wie wichtig es ist, die Verbrechen an den Opfern des Nationalsozialismus niemals zu vergessen.
Am Donnerstag führte uns unsere Reise an einen weiteren sehr geschichtsträchtigen Ort. Es ging nach Krakau. Auch hier erfuhren wir sehr viel Neues und Interessantes über das jüdische Leben der damaligen und heutigen Zeit. Vielen wird der Besuch in einer Synagoge noch lange in Erinnerung bleiben. Zudem sahen wir uns eine ehemalige Apotheke an, dessen Besitzer Juden zur NS-Zeit unterstützte. 
Leider hatten wir nicht die Möglichkeit, Schindlers Emaillewaren-Fabrik zu sehen, die vielen aus dem großartigen Film „Schindlers Liste“ bekannt sein dürfte. Jedoch besichtigten wir Originaldrehorte. Am Nachmittag blieb aber auch noch Zeit für einen Stadtbummel durch das wunderschöne historische Zentrum der Altstadt Krakau.
 
Eine informative, sehr emotionsgeladene Woche, die uns die Zeit des Zweiten Weltkrieges und das Leben der Juden in Deutschland und ganz Europa sehr nahe bringen konnte, lag hinter uns. Persönlich ist uns vor allem der Fakt, wie wertlos das Leben von vermeintlich "minderwertigen Menschen" war, in Erinnerung geblieben.
 
Ich denke, wir sprechen in Namen aller Teilnehmer, dass die Fahrt sehr viel an Wissen vermitteln konnte, der emotionale Aspekt aber auf jeden Fall überwogen hat. Diese Fahrt hat uns wirklich etwas gelehrt und ich hoffe, dass  wird sie auch für alle anderen, die sie nach uns machen können.
Bedanken möchten wir uns auch bei unseren polnischen Organisatoren, die uns eine reibungslose, sehr gut organisierte Fahrt ermöglichten.

 

Dziekuje bardzo!