Es ist geschehen und es kann wieder geschehen!
Ein Artikel von Lea Tiedke

Müsste nicht gerade meine Generation sich bemühen, darüber bis ins letzte Detail nachzudenken, um zu vermeiden, dass man jemals solche Taten vergisst?

Eine Vision des Zweiten Weltkrieges schwirrt in vielen Köpfen umher, gestaltet durch Gespräche mit Zeitzeugen, Großeltern, Eltern und medialen Geschehnissen.

Dem müssen wir entgegenwirken und ausreichende Aufklärung zum Thema Holocaust leisten!

Da wo andere Klassenstufen in eine Gedenkstätte in ihrer Nähe fahren, hatte unsere Klassen das Privileg, eine Gedenkstätte im polnischen Lublin zu besuchen. Vom 17. bis 21. September 2018 absolvierten wir in Kooperation mit der Europäischen Akademie Waren/Müritz und den Politischen Memorialen ein Seminar in der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Majdanek.

Nach einer 12-stündigen Anreise in einem modernen Reisebus erreichten wir das Stadtzentrum von Lublin. Hier befand sich unser Hostel, welches mit geräumigen Zimmern und Aufenthaltsräumen ausgestattet war. Frühstück und Abendbrot gab es in einem Restaurant. Dieses lag ca. 10 Gehminuten von unserer Unterkunft entfernt.

Am ersten Tag präsentierte uns ein Mitarbeiter der Gedenkstätte Majdanek anschaulich und lebendig die Stadt Lublin. Außerdem besichtigten wir die Basilica Minor und eine naheliegende Synagoge.

Am darauffolgenden Tag haben wir die Gedenkstätte Majdanek besucht, die früher eines der ersten Konzentrationslager in Polen war. Dort bot man uns eine umfangreiche Führung durch das 90 Hektar große Gelände. In diesem Rundgang haben wir unter anderem die Effektenkammern, die Selektionsplätze, die Häftlingsbaracken, das Krematorium und die Gaskammern besichtigt. Für viele war die Besichtigung dieser Objekte äußerst emotional. Deshalb sollte der Besuch von KZ Gedenkstätten erst ab Klassenstufe 10 erfolgen.

Da wir im Rahmen des Geschichtsunterrichts die Gedenkstätte besucht haben, beschäftigten sich die Klassen am letzten Tag mit Aufgaben, die wir unmittelbar in der Gedenkstätte erarbeiten konnten. Sie erlaubten uns noch tiefere Einblicke in das Schicksal von Opfern und Tätern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Wir bedanken uns sehr für die Möglichkeit, Lublin auf diese Art und Weise zu besuchen. Um die Erinnerung zu wahren, sollten auch in der Zukunft solche Studienfahrten durchgeführt werden.

Es war eine sehr emotionale und lehrreiche Erfahrung.

Rostock, 28.Oktober.2018